Die Decke

Es ist nichts Besonderes, es ist mir nur aufgefallen:

Bislang habe ich zwei Kanner-Autisten kennen gelernt, die ebenso viel Wert auf die Benutzung einer Decke legen wie ich. Nicht, dass ich ständig mit einer Decke herumlaufe, das wäre ja sehr auffällig, aber grundsätzlich ist es so, dass ich, wenn ich bei mir zu Hause bin, gerne eine Decke um mich geschlungen habe.

Auf der Couch, am PC, im Bett.

Auf der Couch zu sitzen oder zu liegen ohne Decke löst meistens in mir aus, dass etwas fehlt. Genauso wie am PC.

Ich weiß nicht, womit das zu tun hat.

Auch die beiden Kanner-Autisten, die ich bislang kennen gelernt habe, mögen das sehr: Wenn sie auf einer Couch sitzen, wollen sie ihre Decke. Ohne diese, scheint ihnen etwas zu fehlen - sie fragen danach bzw. begeben sich in eine Art Warteposition.

Es hat auch nichts mit Wärme oder Kälte zu tun. Vielleicht ist es das Gefühl der Behaglichkeit, des Beschütztseins.

 

Seitdem ich mit Kanner-Autisten arbeite, wird mir immer wieder klar: Ich kann sie besser verstehen als die Neurotypischen. Ich habe mehr Probleme mit meinen neurotypischen Kollegen als mit den autistischen Bewohnern. Und vieles, was ich an Kanner-Autisten beobachte, kenne ich abgeschwächt von mir oder anderen Asperger-Autisten.

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